Warum das Warten einfach, schwierig ist

Wir alle warten. Warten ständig auf irgend etwas: auf den Termin beim Arzt, auf die Bahn, auf den nächsten freien Tag oder auf den Anruf der Liebsten. Manchmal ist Warten einfach; man weiß ja, dass seine ErWartungen erfüllt werden, irgendwann in naher Zukunft. Doch was, wenn man auf etwas wartet, das unsicher ist? Wenn man nicht weiß, ob das Warten erfüllt wird mit all diesem Hoffen? Wenn man nicht weiß, wann das Warten ein Ende hat. Hat es denn ein Ende?

Dann ist Warten ein Schmerz. Nicht umsonst hat Warten einen unterirdischen Ruf: es bedeutet, Zeit zu vergeuden. Doch Warten ist viel mehr als nur dumpf die Zeit zu zerschlagen. Wenn man etwas will, wenn man es wirklich will, dann sollte man sich die Zeit nehmen und warten. Denn Warten heißt immer auch hoffen: dass die Warteschleife endet mit dem immergleichen Gedudel oder dass man im Lotto gewinnt oder dass man mit seiner Liebe endlich, endlich glücklich sein darf. Und so vertraut man darauf, dass das Gedudel von einer freundlichen Servicestimme abgelöst wird, dass das Schicksal einem den Hauptgewinn zuschustert. Und man vertraut darauf, dass die Liebe warten kann, wenn man sie nicht aus den Augen lässt und Hand in Hand mit ihr auf den großen Regenbogen wartet.

Denn Liebe kann warten, aber Liebe kann man nicht verschieben. Man hat ja schließlich nicht alle Zeit der Welt. Oder?

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