Kleine Plagiatellen

Während das Sommerloch herrscht, sonst gut informierte Menschen ohne Schirm durch den Regen laufen oder – wahlweise – mit unnützem selbigem in der Sonne brüten, hatte ich Muße genug, mal meine Plattensammlung durchzugucken (ohne nass zu werden dabei oder mir einen Sonnenbrand zu holen).

Und neben Altgeliebtem (mehr dazu in einem späteren Post) fand ich ich durchaus Bemerkenswertes. So konnte ich drei (sorry: vier) Arten von Plagiaten innerhalb der letzten 40 Jahre ausmachen, die ich an dieser Stelle kurz vorstellen möchte.

Da fand ich zum einen eines solcher Art:

Die Fan-Plagiate

Kruder und Dorfmeister gelten nicht zu unrecht als Wegbereiter der neueren elektronischen Musik. Aber mussten sie sich deshalb 1996 gerade Simon und Garfunkel als (grafisches) Vorbild nehmen? Musikalisch haben die Duos nichts gemein, nur Richard Dorfmeister sieht halt aus wie der bei der Geburt getrennte spätere Zwilling Art Garfunkels.

kruderdorfmeister

Kruder und Dorfmeister vs. Simon and Garfunkel

Doch damit nicht genug. Wir kommen zu ihnen:

Die Anbiederungs-Plagiate

Bad Religion, diese biologisch-dynamische Melodie-Punkband, hat ja viel für unser aller Wohl getan. Musikalisch nicht ganz so weit entfernt von den Melody-Punks siedeln sich NOFX an. Warum aber klauen sie derart rotzfrech ein Cover von 1988?  Bloß, weil sie denken, im Jahre 2001 kann sich keiner mehr erinnern? Oder ist es eine wohlgemeinte Reminiszenz?

Bad Religion vs. NOFX

Bad Religion 1988 vs. NOFX 2001

Doch gibt es nicht nur die vermeintlich wohlwollenden Plagiate. Es gibt ja auch noch sie:

Die dreisten Plagiate.

Seether hatte in den frühen 2000er Jahre etliche Achtungserfolge. Sechs Alben, elf Singles, ungezählte Gastauftritte namhafter Musiker (u.a. von Evanescene-Sängerin Amy Lee) verhalfen dieser Band zum „South African Music Award“, der begehrtesten nationalen Musiktrophäe im Heimatland Seethers. Und nun das:

„Infected Mushroom“, eine der erfolgreichsten Goa-Bands aus Israel, wähnt sich offensichtlich zeitlich als auch räumlich weit genug von den musikalisch ach so entfernten Seether. Ist das ein Grund, ein  Cover so schamlos zu plagieren? Die Antwort, geneigter Leser, gib Dir bitte selbst.

Infected Mushroom 2007 vs. Seether 2000

Infected Mushroom 2007 vs. Seether 2000

An dieser Stelle möchte ich noch zu einer ganz besonderen Eigenart der Nachahmung kommen, die alle Eltern pubertierender Bubels und Mädels kennen:

Die Stil-Plagiate

Wir alle kennen sie. Wir alle hatten in frühester Jugend damit zu kämpfen, unseren Idolen möglichst ähnlich (und damit nah) zu sein. Aber es gibt Grenzen. (Nicht nur die genetischen: Ich konnte halt mit 17 und einer fast komplett ausgedünnten Haardecke nunmal nicht aussehen wie Robert Plant.) Nein, es gibt auch die Grenzen des guten Geschmacks:

Cher vs. Bill

Cher vs. Bill

Wer hier nun wer ist, vermag ich beim besten Willen nicht zu sagen. Aber vielleicht sind es ja auch nur (siehe Dorfmeister/Garfunkel) bei der Geburt getrennte Zwillinge.

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3 Kommentare zu Kleine Plagiatellen

  1. admin sagt:

    Achweeste… Die Antwort findest Du oben, in einem eigen kleinen Post. Nur für Dich! (Und weil man in den Kommentaren keine Bilder unterbringen kann.)

  2. bunki sagt:

    @mööp

    lass doch das Rätselraten. Schreib doch, was du meinst!

  3. mööp sagt:

    na dann mal wat jehaltvollet von mir – der musste jetzt sein!:

    was ne schöne beschäftigung an verregneten tagen, sir peter. auf die idee wär ich im traum nicht gekommen, noch dazu ist meine vinylfülle lange nicht so dicht, wie die seinige. haste schön gemacht herr leidensgenosse!!!!!!

    und dann gibt es da noch ne deutsche ne-kategorie-fällt-mir-nicht-ein-band, welche aus hamburg kommt und mit feld endet, welche ein elvis-cover adaptierte, um damit eine, für mich wichtige, platte der 90er zu verzieren…

    dann such mal schön…

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