Kennt man eine, kennt man alle Mumien

Vorgestern musste ich beim ukrainischen Fernsehsender 1+1 lesen, dass in Moskau zwar die biochemische Aufbereitung des mumifizierten Lenins vonstatten gegangen sei, man aber kein Geld für einen neuen Anzug gehabt habe. Begründet wurde das mit der Weltwirtschaftskrise. Der russische Staat gibt seit 1992 kein Geld mehr für die kosmetische Behandlung des Revolutionsführers. Dafür kommt ein privater Fonds auf.
Wie mir Max von der Taktikbesprechung mitteilte, sei das fehlende neue Kostüm nicht allzu tragisch.

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Mir fällt eine Beurteilung schwer, da das Mausoleum bei meinem Moskaubesuch wegen Mumienrenovierung geschlossen war.

Berlin verfügt meines Wissens über kein Mausoleum. Da wäre man über die Jahrzehnte auch mit den historisch bedingten Umwidmungen nicht hinterhergekommen. Aber eine Mumie gibt es. Nicht in Berlin, sondern im brandenburgischem Hinterland. Genauer in Kampehl. Dort liegt der Ritter Kahlbutz. Aufgrund einer schauerlichen Geschichte soll sein Körper nicht verwesen. Das Drumherum ist nicht so prächtig wie der Rote Platz und Kahlbutz benötigt keinen Anzug. Ein Läppchen untenrum genügt. Mehr nicht. Gepflegtes märkisches Understatement. Auch angenehm.

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