Kathederphilosophen

Kathederphilosophen sind die Prügelknaben der Nation, seit nunmehr zweihundert Jahren. Gerne ließe man an ihnen wieder ein gutes Haar – doch die Glatze ist hoffnungslos. Sie eben leuchtet an diesen Leuchten. Platons Symposium hat 79 Seiten eines Reclam-Bändchens. Ein hochberühmter Professorschrieb 571 Seiten über seine Ideenlehre. Er wies nach, dass Platon Kantianer ist.
Kant. Ihn verstehen heißt, über ihn hinaus gehen. Unter dieser Devise tat sich der Neukantianismus auf. Und er geht wahrlich über ihn hinaus mit dem Nagelstiefel des alt-deutschen Gelehrten. Immanuel hat sich ja selber immer nur missverstanden. Jetzt hat jede Provinz ihren Kant, die andere immer den falschen.

Dann hieß es: Nicht Kant, aber Hegel. Da dieser in dem Verlaufe der Selbstentfaltung des Geistes alle Phänomene dieser Erde beschrieb, war es ein Leichtes, bald das Eine, bald das Andere unter Hegels Flagge zu karessieren. So schwor der Marxismus auf, so auch die Reaktion. Manche Einzelheit mag ja diskutabel sein. Aber sie geht unter in dem Wust der Wälzer und Systeme.

Dennoch: Zuweilen verirrt sich auch heute noch ein Weiser auf das Katheder. Dann sagen die Philosophen-Kollegen: Der Mann grübelt zuviel. Und sie schreiben weiter an der Einleitung einer Grundlegung ihres Systems.

Viele Grundlagen werden in den Hörsälen gelegt. Aber auf ihnen wächst kein Gras. Auf dem, was da wächst, trampeln die Studenten mit Recht.

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4 Kommentare zu Kathederphilosophen

  1. mööp sagt:

    kann ick dit ooch in flüssiges a`la jever oder berliner tauschen, oder verschenkt ihr ausschliesslich immaterielle gegenleistungen.

    einigen wir uns auf die zukunft!

  2. mööp sagt:

    nunja – jetzt seid ihr also die beeden von der muppetshow und ich grübel ob der katheder was mit dem katheter oder vielleicht auch mit dem urinalkondom zu tun hat und das alles zusammen mit philosophie.

    ein königreich für den mittelstrahl!

    huhu euch beeden – MÖÖP!

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